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25 000 Kinder und Jugendliche haben Diabetes

Längst keine Alterskrankheit mehr: Immer mehr Kinder und Jungendliche haben Diabetes - zu den Ursachen zählen Übergewicht und Bewegungsmangel
Foto: dpa/tmn
Längst keine Alterskrankheit mehr: Immer mehr Kinder und Jungendliche haben Diabetes - zu den Ursachen zählen Übergewicht und Bewegungsmangel
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25 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an Diabetes. Übergewicht und Bewegungsmangel lassen Experten einen weiteren Anstieg der Zahlen befürchten.

"Wir erwarten, dass viele Jugendliche mit Adipositas bald Diabetes Typ 2 bekommen", sagte der Direktor der Leipziger Uniklinik für Kinder und Jugendliche, Professor Wieland Kiess, im Vorfeld der 44. Jahrestagung (20. bis 23. Mai) der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Diabetes Typ 2 galt lange als Altersdiabetes, da er früher fast nur bei älteren Menschen auftrat.

Den Angaben zufolge leiden in Deutschland rund zwölf Prozent der Bevölkerung an der bisher unheilbaren Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, davon 90 Prozent an Typ 2, der durch Übergewicht, Bewegungsmangel und familiäre Belastung begünstigt wird. Acht Millionen Typ 2-Betroffene sind bekannt. Es gebe aber eine sehr hohe Dunkelziffer, sagte der Präsident der Tagung, Professor Dirk Müller-Wieland. "Auf jeden bekannten Patienten kommt wahrscheinlich ein unbekannter mit Diabetes mellitus - ein Patient, der es nicht weiß, weil Blutzucker nicht wehtut."

Müller-Wieland warnte davor, die Erkrankung zu unterschätzen. "Diabetes ist die häufigste Ursache für Nierenversagen und Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. "Wenn wir hören 'ein bisschen Diabetes' - da werden wir allergisch", sagte der Hamburger Mediziner. Auf der Tagung gehe es etwa um Therapien, die nicht nur beim Blutzucker ansetzen, sondern auch bei Blutdruck und dem Fettstoffwechsel - und um die Frage, wann Übergewicht zu Diabetes führt. "90 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus haben Übergewicht, aber nicht jeder Übergewichtige erkrankt an Diabetes", sagte er.

Deutsche Diabetes-Gesellschaft: www.ddg2009.de

Diabetes ist ein Sammelbegriff für verschiedene chronische Stoffwechselkrankheiten, die zu erhöhtem Blutzuckerspiegel führen. Sie hängen zusammen mit dem Hormon Insulin, das zur Regulierung des Blutzuckers notwendig ist. Die Zuckerkrankheit entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin herstellt oder wenn der Körper das von ihm produzierte Insulin nicht als Botenstoff verwenden kann. Der gängige Name Diabetes mellitus bedeutet "honigsüßer Durchfluss" und beruht auf dem ursprünglichen Hauptsymptom der Krankheit, dem Ausscheiden von Zucker per Urin.

Typ-1-Diabetes wird durch Insulin-Mangel verursacht und beginnt meist im Kindes- und Jugendalter. Die Diabetes-produzierenden Zellen sind zerstört. Typ 2 ist die weitaus häufigere Form und wird auch "Altersdiabetes" genannt, da er früher fast ausschließlich bei älteren Menschen auftrat. Zunehmend leiden aber auch Jüngere daran. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Bewegungsmangel und familiäre Belastung. Nur zehn Prozent der Typ-2-Diabetiker sind normalgewichtig.
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