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Dicksein heißt nicht Kranksein

Für Frauen ist Übergewicht eine ernstere Gefahr für das körperliche Wohlbefinden, weil sie im Vergleich zu Männern zu einer ungesünderen Fettverteilung neigen




Sie fühlen sich rund und "trotzdem" rundum wohl? Das kann gut sein. Sind denn wirklich nur schlanke Leute gesund? Nein.

Weniger der Schwimmring, eher das Im-Fett-Versinken der Organe belastet den Organismus, so der Endokrinologe und Diabetologe Prof. Dr. med. Stephan Jacob bei der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft in Berlin.

66% der Männer und 59% der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Oberflächlich betrachtet scheinen Männer öfter dick. Frauen sind es aber, die an lebensbedrohlichen Folgen dauerhaft hoher Blutfettwerte wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz öfter sterben. Auch am Herzinfarkt sterben mehr weibliche Übergewichtige. Wo Fett den Menschen also süchtig macht nach fettem Essen, ist der adipöse Mensch zumeist weiblich.


Auch mit einem Body Mass Index von 28 kann ein Sumo fit sein wie ein Jockey mit einem BMI von 18. Zwar ist der Jockey ziemlich untergewichtig (wie alle mit einem BMI unter 19) und der Sumo (BMI über 25) eindeutig übergewichtig. Aber beide treiben Sport und pochen auf ihre dem Ringen bzw. Reiten angemessene Ernährung. Gerade für Profisportler gilt, dass sie nach Ende der bewegungsintensiven Phase sich entweder in Bewegung halten, oder aber Diät halten sollten, wenn sie gesund bleiben wollen. Andernfalls bildet sich inneres, besonders ungesundes (viszerales) Fett. Der Sumo in Rente muss also auf jeden Fall seine überdurchschnittlich reichhaltige Ernährung radikal umstellen. Ein Problem für jeden sind die zahllosen Fettzellen. 
Wie hungrige Schmarotzer legen sie sich um Herz und Leber und doggen von innen an das Atmungsorgan Haut an, wo sie noch den geringsten Schaden anrichten. Gefährlich sind Folgeerscheinungen tiefer liegenden (viszeralen) Fettes. Besonders für Frauen.


Warum der weibliche Körper eher verfettet, bzw. die weibliche Psyche anfälliger ist für Fettsucht, muss dringend erforscht werden, sagt Prof. Dr. Kersting,  Repräsentantin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Derzeit wird dazu in Leipzig weiter geforscht – wir berichten.
 

Alexandra Marschner