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Nach Wechselwirkungen wird selten gefragt

Mediziner und Apotheker fragen laut einer Studie nur selten, welche weiteren Arzneien ein Patient nimmt
Foto: dpa
Mediziner und Apotheker fragen laut einer Studie nur selten, welche weiteren Arzneien ein Patient nimmt
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Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten können lebensgefährlich sein. Trotzdem erkundigen sich Apotheker und Ärzte selten, welche Medikamente ein Patient neben der aktuellen Verordnung noch einnimmt.

Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg. Demnach wird jeder zweite Deutsche selten oder nie von einem Apotheker nach der Einnahme weiterer Medikamente gefragt. Bei immerhin 61 Prozent erkundigen sich die Ärzte nach weiteren Arzneimitteln.

Angesichts der Gefahren, die von Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme ausgehen, hält die TK eine höhere Nachfragequote für wünschenswert. Haken Arzt oder Apotheker nicht von selbst nach, sollte jeder Patient unaufgefordert sagen, was er noch einnimmt. Das gelte auch für vermeintlich harmlose Naturarzneimittel. Johanniskraut zum Beispiel könne die Wirkung der Anti-Baby-Pille beeinträchtigen.

Zwar lesen 66 Prozent der Befragten immer den Beipackzettel ihrer Medikamente - nur 17 Prozent tun das selten oder nie. Aber leichtsinnig sind etliche Menschen möglicherweise dennoch: Jeder Achte hat schon einmal verschreibungspflichtige Arzneimittel genommen, die nicht für ihn bestimmt waren. Und jeder Vierte schluckt mehrmals oder häufig verschreibungspflichtige Mittel von früheren Erkrankungen, ohne das mit dem Arzt abzustimmen. Für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 1. und dem 9. Juli 1000 Menschen telefonisch befragt.