
„Raucherkrebs“ wird weiblich
Artikel | 02.01.2009 15:39 Uhr

Foto: DAK/Wigger
Besorgnis erregend sei auch, dass der Lungenkrebs, lange Zeit als typisch männlicher „Raucherkrebs" betrachtet, seit etwa zehn Jahren bei den Frauen kontinuierlich ansteige. So ist Lungenkrebs in Deutschland die häufigste Krebstodesursache bei Männern und nach Brust- und Darmkrebs die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen mit jährlich über 12.000 Todesfällen. Da 80 bis 90 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf das Rauchen zurückzuführen sind, ist dieser Krebs vermeidbar. Rein statistisch gesehen verlieren Raucherinnen und Raucher etwa zehn Jahre ihres Lebens durch diese Sucht.
Nach Meinung der Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Astrid Bühren, sollten besonders Ärztinnen Raucherinnen auf ihr Verhalten bzw. ihre Abhängigkeit ansprechen. Am häufigsten rauchten die weniger gebildeten, unverheirateten, geschiedenen und allein erziehenden Frauen. Außerdem leiden Frauen, die in der Gastronomie tätig sind, unter einer überdurchschnittlich starken Tabakrauchbelastung.
„Als Entwöhnungsprogramm“, so Dr. Astrid Bühren, „wirkt am besten die Kombination einer medikamentösen mit einer psychotherapeutischen Maßnahme. Frauen fällt der Ausstieg aus dem Rauchen schwerer als Männern und bei ihnen spielen beim Rauchstopp biopsychologische Faktoren wie Angst vor Rückfällen und Gewichtszunahme eine wichtige Rolle.“
Am effektivsten sei es, zu verhindern, dass Mädchen - und Jungen - in den Tabakkonsum einsteigen.
„Frauen und Rauchen in Deutschland“, Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle, Band 9, Heidelberg, 2008, 67 Seiten
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