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„Raucherkrebs“ wird weiblich

Foto: DAK/Wigger
Foto: DAK/Wigger
Frauen reagieren empfindlicher auf die Schadstoffbelastungen durch Rauchen und Passivrauchen als Männer. Das belegt ein Report aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Danach haben rauchende Frauen haben zum Beispiel ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen und Osteoporose. Zudem beeinflusse Rauchen auch den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit. In der Schwangerschaft erhöhe Rauchen das Risiko für Gesundheitsschäden bereits bei Ungeborenen. Kinder rauchender Mütter und Väter leiden vermehrt an Atemwegserkrankungen, Asthma und Mittelohrentzündungen.

Besorgnis erregend sei auch, dass der Lungenkrebs, lange Zeit als typisch männlicher „Raucherkrebs" betrachtet, seit etwa zehn Jahren bei den Frauen kontinuierlich ansteige. So ist Lungenkrebs in Deutschland die häufigste Krebstodesursache bei Männern und nach Brust- und Darmkrebs die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen mit jährlich über 12.000 Todesfällen. Da 80 bis 90 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf das Rauchen zurückzuführen sind, ist dieser Krebs vermeidbar. Rein statistisch gesehen verlieren Raucherinnen und Raucher etwa zehn Jahre ihres Lebens durch diese Sucht.

Nach Meinung der Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Astrid Bühren, sollten besonders Ärztinnen Raucherinnen auf ihr Verhalten bzw. ihre Abhängigkeit ansprechen. Am häufigsten rauchten die weniger gebildeten, unverheirateten, geschiedenen und allein erziehenden Frauen. Außerdem leiden Frauen, die in der Gastronomie tätig sind, unter einer überdurchschnittlich starken Tabakrauchbelastung.

„Als Entwöhnungsprogramm“, so Dr. Astrid Bühren, „wirkt am besten die Kombination einer medikamentösen mit einer psychotherapeutischen Maßnahme. Frauen fällt der Ausstieg aus dem Rauchen schwerer als Männern und bei ihnen spielen beim Rauchstopp biopsychologische Faktoren wie Angst vor Rückfällen und Gewichtszunahme eine wichtige Rolle.“
Am effektivsten sei es, zu verhindern, dass Mädchen - und Jungen - in den Tabakkonsum einsteigen.

„Frauen und Rauchen in Deutschland“, Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle, Band 9, Heidelberg, 2008, 67 Seiten
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