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Wahl des Pflegeheims: Nicht nur auf Gütesiegel schauen

Angehörige sollten eine Pflegeeinrichtung mehrmals persönlich besuchen, bevor sie eine Wahl treffen
Foto: dpa
Angehörige sollten eine Pflegeeinrichtung mehrmals persönlich besuchen, bevor sie eine Wahl treffen
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Zwischenbilanz zum Projekt "Heimverzeichnis": Von 1000 teilnehmenden Heimen haben rund 990 Einrichtungen den "Grünen Haken" erhalten. Doch Angehörige sollten sich bei der Auswahl eines Pflegeheimes nicht allein auf Gütesiegel verlassen.

Das Bundesverbraucherministerium hat am Donnerstag (30. September) eine Zwischenbilanz zum Projekt "Heimverzeichnis" vorgestellt, bei dem sich Heime seit 2009 einer freiwilligen Prüfung unterziehen können. Bislang haben 1000 Heime in Deutschland daran teilgenommen. Das sind etwa 10 Prozent aller Pflegeeinrichtungen bundesweit. Ehrenamtlich geschulte Gutachter arbeiten "weiche Indikatoren" ab, die die Lebensqualität abbilden sollen. Eine Rolle spielen unter anderem die Autonomie der Bewohner, der Kontakt zu anderen Menschen oder die Einhaltung der Intimsphäre. Auf Noten wird bei dieser Kontrolle verzichtet, stattdessen wird ein "grüner Haken" für Verbraucherfreundlichkeit vergeben. Rund 990 Einrichtungen haben nach der Überprüfung das Gütesiegel erhalten.

Angehörige sollten sich bei der Auswahl eines Pflegeheims jedoch nicht allein auf Gütesiegel verlassen. Sinnvoller sind mehrere persönliche Besuche. "Eine gute Einrichtung wird keine Angst davor haben, alles zu zeigen", erklärt Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) in Köln. Wichtig sei es außerdem, mit anderen Angehörigen zu sprechen und auch den Heimbeirat zu kontaktieren: "Denn der bekommt die Rückmeldungen von den Bewohnern." Für Laien sei es oft sehr schwer, die pflegerische Qualität zu beurteilen. "Ein kurzer Eindruck wird da nicht genügen, das ist nicht realistisch."

Laut Isfort kann zudem das Nebeneinander von Pflegenoten und Gütesiegeln die Verbraucher mehr verwirren als informieren. "Außerdem ist für Außenstehende nicht ersichtlich, wie die vielen Einzelbewertungen in eine Gesamtbewertung eingeflossen sind oder gewichtet wurden." Ein Warnsignal sollte für Angehörige sein, wenn Einrichtungen bestimmte Bereiche nicht zeigen wollen: "Da würde ich die Finger von lassen." Kritisch sieht Isfort auch die Freiwilligkeit an dem Projekt: "Die schwarzen Schafe kriegen sie damit nicht."

Das Heimverzeichnis im Internet